
Ein Instagram-Reel verliert im Feed an Reichweite und wird trotzdem noch Wochen später über Google gefunden. Ein TikTok-Video erscheint zu einer konkreten Suchanfrage. Ein YouTube-Beitrag erreicht Menschen, die dem Kanal bisher gar nicht folgen.
Genau diese zusätzliche Sichtbarkeit ließ sich bislang kaum auswerten. Mit den neuen „Platform Properties“ erweitert Google die Search Console nun um Social- und Video-Accounts. Dadurch wird endlich sichtbar, welche Inhalte über Google gefunden werden und welche Suchanfragen Nutzer dorthin führen.

BILD: ©️ TRENDVIEW; KI-GENERIERT
Google öffnet die Search Console für Social Content
Am 7. Juli 2026 hat Google die Platform Properties offiziell vorgestellt. Unterstützt werden zunächst Instagram, TikTok, X und YouTube. Jeder Account beziehungsweise Kanal wird als eigene Property in der Search Console angelegt und über die jeweilige Plattform verifiziert.
Nach der Einrichtung stehen drei zentrale Auswertungen zur Verfügung:
- Performance-Bericht: Zeigt Klicks, Impressionen und weitere Kennzahlen. Die Daten lassen sich nach einzelnen Beiträgen und Suchanfragen filtern.
- Insights-Bericht: Fasst aktuelle Traffic-Entwicklungen, besonders erfolgreiche Inhalte und die wichtigsten Zugriffswege zusammen.
- Achievements: Macht Meilensteine sichtbar, etwa das Erreichen einer neuen Anzahl an Google-Klicks innerhalb der vergangenen 28 Tage.
Die Daten beziehen sich auf die Sichtbarkeit in der Google-Suche sowie auf Discover und Google News, sofern die Inhalte dort erscheinen. Die Platform Properties sind inzwischen weltweit verfügbar. Weitere Informationen bietet der offizielle Beitrag von Google.

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Was die neuen Daten für Unternehmen verändern
Likes, Kommentare, Views und Wiedergabedauer zeigen, wie ein Beitrag innerhalb der jeweiligen Plattform funktioniert.
Die Platform Properties ergänzen diese klassischen Kennzahlen nun um zwei wertvolle Perspektiven:
- Sichtbarkeit außerhalb des Feeds: Unternehmen erkennen, welche Beiträge auch nach ihrem ursprünglichen Reichweiten-Peak weiterhin über Google aufgerufen werden.
- Konkrete Suchintentionen: Die Suchanfragen zeigen, mit welchen Fragen, Problemen oder Interessen Menschen einen Beitrag verbinden.
Wichtig: Die Search Console ersetzt damit nicht die nativen Plattform-Insights. Sie zeigt ausschließlich, wie Social Content über Google performt, nicht wie häufig er innerhalb von Instagram, TikTok, X oder YouTube ausgespielt wird.

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Praxisbeispiel: Ein Reel liefert Themen für die Content-Planung
Ein Möbelhaus veröffentlicht auf Instagram ein Reel zur Planung kleiner Küchen. Zu sehen sind platzsparende Schränke, ein Muldenlüfter und verschiedene Stauraumlösungen.
Nach einigen Tagen sinkt die organische Reichweite auf Instagram naturgemäß ab. In der Platform Property zeigt sich jedoch, dass das Reel weiterhin über Suchanfragen wie diese gefunden wird:
- kleine Küche clever planen
- Stauraum für kleine Küchen
- kleine Küche mit Muldenlüfter
Für das Möbelhaus werden daraus konkrete Ansatzpunkte für die weitere Kommunikation. Aus den Suchanfragen können ein ausführlicher Ratgeber, ein FAQ-Bereich, tiefergehende Kurzvideos oder gezielte Beratungsangebote entwickelt werden. Ein einzelnes Reel wird so zur datenbasierten Grundlage für ein kanalübergreifendes Themenfeld.

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Wenn Search und Social zusammengedacht werden
In unserem Trendbeitrag „Social Media als neue Suchmaschine“ haben wir bereits gezeigt, warum TikTok, Instagram und andere Plattformen zunehmend für die direkte Informationssuche genutzt werden. Mit den Platform Properties wird nun auch die Gegenrichtung messbar: Social Content wird über die klassische Google-Suche entdeckt.
Das bedeutet nicht, dass künftig jeder Social-Media-Beitrag nach starren SEO-Regeln erstellt werden muss. Unterhaltung, Markenaufbau und Community-Management bleiben wichtige Bestandteile der Plattformen.
Bei erklärenden, beratenden oder produktbezogenen Inhalten sollte das Kernthema jedoch auch eindeutig für Suchmaschinen erkennbar sein.
Dabei helfen:
- klare Video- und Beitragsüberschriften
- konkrete Themenbegriffe in Captions und eingeblendeten Texten
- verständliche gesprochene Inhalte und Untertitel
- einheitliche Produkt- und Themenbezeichnungen über mehrere Kanäle hinweg
„Das müsst ihr sehen!“ kann im Feed Neugier erzeugen, bietet für die Suche aber wenig Orientierung. „Kleine Küche planen: drei Lösungen für mehr Stauraum“ verbindet dagegen ein klares Thema mit einem konkreten Nutzen.

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Strategischer Leitfaden für Unternehmen
Wer die neuen Platform Properties nutzen möchte, sollte schrittweise vorgehen:
- Relevante Accounts verbinden: Legen Sie die wichtigsten Instagram-, TikTok-, X- und YouTube-Accounts als eigene Properties in der GSC an.
- Entwicklungen über mehrere Wochen beobachten: Einzelne Tage sind wenig aussagekräftig. Bündeln Sie ähnliche Suchanfragen zu Themenfeldern und prüfen Sie, welche Inhalte langfristig Sichtbarkeit aufbauen.
- Daten gemeinsam auswerten: Vergleichen Sie die Ergebnisse mit den nativen Social-Media-Insights und übertragen Sie relevante Erkenntnisse in die weitere Content-Planung.
So entstehen neue Inhalte nicht mehr nur aus kurzfristigen Plattformtrends oder redaktionellen Ideen, sondern auch aus den Fragen, nach denen Menschen tatsächlich suchen.
Wird unser Content noch gefunden, wenn der Feed längst weitergezogen ist?

