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Advertising in ChatGPT: So funktioniert der neue Werbechannel

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Google Ads, Meta Ads, LinkedIn Ads – und jetzt auch ChatGPT Ads. Seit Kurzem können Unternehmen in Deutschland erstmals selbst Werbekampagnen für ChatGPT erstellen. Damit wird ChatGPT nicht mehr nur als Such-, Recherche- oder Beratungstool interessant, sondern auch direkt als Werbekanal buchbar.
Doch wie sehen Anzeigen in ChatGPT überhaupt aus? Wie werden Kampagnen aufgebaut und nach welchen Kriterien entscheidet sich, wann eine Anzeige erscheint?

ChatGPT Ads starten in Deutschland

Anfang 2026 begann OpenAI mit ersten Werbetests in den USA. Nur wenige Monate später folgt der nächste große Schritt: ChatGPT Ads wurden auf 31 europäische Märkte ausgeweitet, darunter Deutschland und Österreich.

Seit dem 24. August 2026 können Unternehmen in Deutschland den Ads Manager im Self-Service nutzen und ihre Kampagnen erstmals eigenständig verwalten.
OpenAI hat den europäischen Start offiziell angekündigt.

Obwohl sich das Tool aktuell noch in der Beta-Phase befindet, stehen bereits viele
Funktionen zur Verfügung, die aus anderen Werbesystemen bekannt sind: Budgets,
Laufzeiten, Kampagnenziele, Anzeigengruppen, Creatives und Performance-Auswertungen.

Für Unternehmen entsteht damit innerhalb kürzester Zeit ein neuer Paid-Media-Kanal, den es in dieser Form bislang nicht gab.

Wie sieht Werbung in ChatGPT aus?

Die Anzeigen werden ausschließlich in den Tarifen „Free“ und „Go“ unterhalb einer
ChatGPT-Antwort ausgespielt und klar als gesponsert gekennzeichnet. Die eigentliche
Antwort bleibt davon getrennt.

Eine Anzeige besteht aktuell aus:

  • Name und Logo des Unternehmens
  • Überschrift
  • kurzem Anzeigentext
  • Bild
  • Link zur Landingpage

Während das Format an klassische Display-Anzeigen erinnert, ist das Umfeld völlig neu: Tauscht sich ein Nutzer beispielsweise mehrere Minuten lang mit ChatGPT über Reiseplanung, Softwareauswahl oder ein bestimmtes Produkt aus, erscheint die passende Anzeige direkt in diesem Kontext.

Wie die Anzeigen aufgebaut sind, zeigt OpenAI auch im eigenen Überblick zu ChatGPT Ads.

Wichtig: Werbung beeinflusst nicht die eigentliche Antwort von ChatGPT.
Eine bezahlte Kampagne sorgt also nicht dafür, dass ein Unternehmen automatisch innerhalb der Antwort genannt oder empfohlen wird.

© TrendView; mit KI generiert

So werden Kampagnen im Ads Manager aufgebaut

Wer bereits mit Google Ads, Meta oder LinkedIn arbeitet, wird die grundsätzliche Struktur wiedererkennen.

ChatGPT Ads bestehen aus drei Ebenen:

  • Kampagne: Hier werden unter anderem Ziel, Budget, Laufzeit und
    Zielland festgelegt.
  • Anzeigengruppe: Hier werden zusammengehörige Anzeigen gebündelt
    und ihre Einsatzbereiche beschrieben.
  • Anzeige: Das eigentliche Creative inklusive Medien und Verlinkung.

Aktuell können Kampagnen unter anderem auf Reichweite, Klicks oder Conversions
ausgerichtet werden. Die Erstellung erfolgt entweder Schritt für Schritt im Ads Manager oder für größere Kampagnen per Bulk-Upload. OpenAI beschreibt den Prozess in seinem Quickstart für die erste ChatGPT-Kampagne.

Damit ähnelt der technische Aufbau bereits etablierten Werbeplattformen. Einen deutlichen Unterschied gibt es allerdings bei der Frage, wann welche Anzeige
ausgeliefert wird.

© TrendView; mit KI generiert

Wie entscheidet ChatGPT, welche Anzeige erscheint?

Bei klassischer Suchmaschinenwerbung spielen Keywords eine zentrale Rolle.
Wer beispielsweise für „Laufschuhe Anfänger“ wirbt, versucht mit seiner Anzeige
genau diese oder ähnliche Suchanfragen abzudecken.

In ChatGPT können Nutzer ihr Anliegen wesentlich ausführlicher formulieren:

„Ich möchte mit dem Laufen anfangen und suche bequeme Schuhe mit guter Dämpfung. Ich trainiere zunächst zwei- bis dreimal pro Woche.“

Damit stehen deutlich mehr Informationen zur Verfügung als bei einer kurzen Suchanfrage.

Für die Aussteuerung berücksichtigt OpenAI verschiedene Signale.
Dazu gehören unter anderem:

  • Kontext und Absicht der aktuellen Unterhaltung
  • Inhalt der Anzeige
  • Inhalt der Landingpage
  • Targeting-Einstellungen
  • sogenannte Context Hints

Innerhalb einer Anzeigengruppe können thematische Hinweise hinterlegt werden, die dem System zeigen, bei welchen Fragen, Bedürfnissen oder Gesprächssituationen das eigene Angebot relevant sein kann.

Ein Laufschuhhersteller könnte beispielsweise festlegen:

  • Laufschuhe für Einsteiger
  • gute Dämpfung für regelmäßiges Training
  • Vorbereitung auf den ersten 5-Kilometer-Lauf

Diese Hinweise sind keine klassischen Exact-Match-Keywords. Sie liefern dem System vielmehr zusätzliche Informationen darüber, zu welchen Gesprächen eine Anzeige passen könnte. OpenAI erklärt die Context Hints hier genauer.
Für die Kampagnenplanung bedeutet das: Nicht nur Suchbegriffe werden relevant,
sondern auch die konkreten Fragen und Bedürfnisse der Zielgruppe.

© TrendView; mit KI generiert

Was lässt sich bereits messen?

Auch beim Reporting orientiert sich der neue Ads Manager an bekannten
Performance-Marketing-Systemen.

Unternehmen können unter anderem folgende Kennzahlen auswerten:

  • Impressionen
  • Klicks
  • Ausgaben
  • Klickrate
  • durchschnittlicher CPC und CPM
  • Conversions

Für die Conversion-Messung stellt OpenAI einen eigenen Pixel und eine Conversions API zur Verfügung. So lässt sich beispielsweise erfassen, ob Nutzer nach einem Anzeigenklick einen Kauf abschließen, ein Formular absenden oder sich registrieren.
Weitere Informationen bietet OpenAI in der Dokumentation zur Conversion-Messung.

Damit können Unternehmen ChatGPT Ads nicht nur auf Reichweite testen, sondern Kampagnen bereits auf konkrete Ergebnisse ausrichten.

Gerade weil der Kanal noch so jung ist, fehlen allerdings Erfahrungswerte:
Welche CPCs entstehen? Welche Creatives funktionieren besonders gut? Bei welchen Produkten oder Dienstleistungen führt die Gesprächssituation tatsächlich zu mehr Conversions? Diese Fragen werden sich erst mit zunehmender Nutzung beantworten lassen.

© TrendView; mit KI generiert

Was Unternehmen jetzt beachten sollten

ChatGPT Ads sind kein Konzept für die Zukunft mehr. Unternehmen können den Kanal jetzt testen.

Dabei sollte es zunächst weniger darum gehen, bestehende Google- oder Meta-Kampagnen möglichst schnell zu kopieren. Spannender ist die Frage, welche Themen sich für ein Gesprächsumfeld wie ChatGPT überhaupt eignen.

Für einen ersten Test sind vor allem diese Punkte relevant:

  1. Typische Kundenfragen betrachten:
    Welche Fragen werden vor einem Kauf, einer Anfrage oder einer Beratung regelmäßig gestellt?
  2. Anzeigengruppen entsprechend strukturieren:
    Context Hints sollten konkrete Themen und Bedürfnisse beschreiben und nicht lediglich aus einer Liste bestehender Keywords bestehen.
  3. Anzeigen konkret formulieren:
    OpenAI empfiehlt klare, nutzenorientierte Botschaften statt allgemeiner Werbeaussagen wie „Jetzt entdecken“.
  4. Passende Landingpages einsetzen:
    Wer aus einer konkreten Unterhaltung auf eine Anzeige klickt, sollte direkt bei den passenden Informationen landen.
  5. Ergebnisse zunächst separat bewerten:
    ChatGPT Ads befinden sich noch am Anfang. Benchmarks aus Google oder Meta lassen sich deshalb nicht automatisch übertragen.

Auch die Werberichtlinien sollten vor dem Start geprüft werden. OpenAI schließt bestimmte Produkte und sensible Gesprächskontexte von der Werbeausspielung aus. Die aktuellen Advertising Policies wurden zuletzt am 10. September 2026 aktualisiert.

Wie Unternehmen dort organisch sichtbar werden können, haben wir bereits in unserem Trendbeitrag „GEO: Wie Marken in der KI-Suche sichtbar werden“ betrachtet.

ChatGPT Ads eröffnen stattdessen einen völlig neuen bezahlten Zugang zu Menschen,
die die Plattform bereits aktiv zur Recherche, zum Vergleich und zur Entscheidungsfindung nutzen.

Die entscheidende Frage für Unternehmen lautet deshalb jetzt:
Passt ChatGPT auch in unseren Media-Mix?

TrendVie Trends – Künstliche Intelligenz Author:in

Anna Halfmann

Anna absolviert seit August 2025 ihre Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation bei TrendView. Sie freut sich darauf, die digitale Marketingwelt näher kennenzulernen und ihr Wissen in allen Bereichen – von SEO bis hin zu Social Media – zu vertiefen.

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