Google Shopping vs. Amazon vs. ebay – Kampf um die Vorherrschaft im Online-Shopping

Vorherrschaft_im_Onlineshopping

Es ist kein Geheimnis, dass sich das Einkaufsverhalten der Deutschen durch die Corona-Pandemie verändert hat. So bestellten etwa 42 Prozent der Konsumenten während der Krise das erste Mal ein bestimmtes Produkt online. Umso wichtiger werden E-Commerce Unternehmen wie Ebay, Amazon und Google Shopping für kleinere Verkäufer. Da kann schon mal die Frage aufkommen: „Was ist denn jetzt die bessere Wahl?“

Betrachtet man diesen „Kampf“ also Olympiade, so ergeben sich mehrere Duelle. Im genaueren bedeutet dies einen Vergleich zwischen Amazon und Ebay, dann tritt Ebay gegen Google Shopping an und zuletzt muss sich Amazon gegen Google Shopping behaupten. Zunächst einmal schauen wir uns aber die Kontrahenten an.

Google Shopping

Google Shopping ist eine Suchmaschine des US-amerikanischen Unternehmens Google für Kosum-Produkte.

Amazon

Amazon.com, Inc. ist ein börsennotierter US-amerikanischer Onlineversandhändler mit einer breit gefächerten Produktpalette.

Ebay

ebay Inc. ist ein US-amerikanisches Unternehmen, welches einen der größten Online-Marktplätze betreibt.

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Amazon vs. ebay
  • Reichweite: Laut SimilarWeb verzeichnet Amazon.com monatlich 2,55 Billiarden Webseitenbesuche. Amazon.de alleine bekommt schon 498,73 Millionen monatliche Besuche. eBay.com hingegen hat nur 947,40 Millionen Webseitenaufrufe und eBay.de kommen im Monat auf etwa 228,20 Millionen Besucher.
  • Kosten: Tatsächlich ist es günstiger, Produkte auf eBay zu verkaufen. Da Amazon Vermittlungsgebühren, Gebühren für den Amazon Seller Account und auch Verwaltungsgebühren für Rückerstattungen verlangt. Verwendet man Amazon FBA, also die komplette Abwicklung durch Amazon selbst, so fallen noch deutlich mehr Kosten an.
  • Analyse: Leider gibt eBay keine Möglichkeit, die eigenen Verkäufe zu analysieren. Bei Amazon ermöglicht das Recherche-Tool Helium 10 beispielsweise, zu schauen, was sich verkauft und was nicht.
  • Aufwand: Wenn man auf Amazon verkaufen möchte, sind es deutlich mehr Schritte bis zur fertigen Anzeige, als bei eBay.
  • Auszahlung: War der Verkauf auf Amazon erfolgreich, überweist Amazon die Einnahmen direkt auf das angegebene Bankkonto. Bei eBay hingegen benötigt man ein PayPal-Account oder eine Kreditkarte.
  • Konkurrenz: Aufgrund der höheren Verkäuferzahl bei Amazon, gibt es auch eine größere Anzahl der gleichen Produkte. Folglich herrscht ein höherer Konkurrenzkampf auf Amazon im Vergleich zu eBay.
  • Kunden: eBay und Amazon sprechen unterschiedliche Kundengruppen an. Wertorientierte Kunden kaufen meist bei Amazon, wohingegen preissensible Kunden bei eBay einkaufen. Des Weiteren geben 89% der Käufer an, dass sie lieber auf Amazon ihre Produkte kaufen, als auf anderen E-Commerce Marktplätzen.
Zusammenfassung

Generell kann man sagen, dass eBay deutlich mehr zu bieten hat als Second-Handware und Amazon nicht nur eine Plattform für etablierte Unternehmen ist. Wenn der Verkäufer eher Wert auf Unabhängigkeit legt und auf einen hören Gewinn aus ist, empfiehlt sich eBay –  jedoch mit deutlich mehr Zeitaufwand. Sind Vertriebsunterstützung sowie extra Service wichtig, so kann man Amazon empfehlen. Allerdings sind hier die hohen Gebühren nicht außer Acht zu lassen.

ebay vs. Google Shopping
  • Nutzerzufriedenheit: In der deutschen Händlerbund-Studie von 2019 gewinnt eBay in den Kategorien Usability, Support und Kosten. Google Shopping hingegen ist potenziellen Nutzern in der Vergangenheit eher durch eine Rekordstrafe der Europäischen Kommission bekannt, da die eigenen Shopping-Ergebnisse priorisiert in der Google-Suche dargestellt wurden.
  • Popularität: Der wohl wichtigste Vorteil von Google Shopping ist, dass dieses System von Google ist. Die meisten potenziellen Käufer gehen bei der Produktsuche zuerst zu Google. Somit werden ihnen auch schnell die Anzeigen von Google Shopping angezeigt. Bei eBay hingegen muss man willentlich auf die Website gehen und dort suchen.
  • Nischenprodukte: Bei zu wenigen Mitbewerbern wird bei Google Shopping häufig eine Anzeige nicht ausgespielt, es kommt also seltener zum Kauf des Produktes. Sucht man etwas Spezielles, ist eBay eine deutlich bessere Wahl. Besonderes durch den Second-Hand Aspekt sind hier Raritäten zu entdecken.
  • Aufwand: Ähnlich wie bei Amazon ist es auch bei Google Shopping im Vergleich zu eBay deutlich einfacher, Anzeigen zu erstellen. Das Auswerten dieser Anzeigen geht bei Google Shopping nochmal um einiges schneller als bei Ebay.
  • Auktion: Das wohl größte Alleinstellungsmerkmal von eBay sind die Auktionen. Bis heute gilt eBay als größte Auktionsplattform weltweit und setzt somit im Vergleich zu Google Shopping für einige Kunden einen ganz anderen Reiz. Viele Nutzer wählen gerade eBay, weil sie diese Plattform so lieben.
  • Kundenstamm: Laut einer Auswertung von PacklinkPro sind die Verkäufe von eBay zu 88 Prozent national, dies ist auf die länderspezifische Domain zurückzuführen. Bei Google Shopping werden deutlich häufiger internationale Produkte angepriesen, dies entwickelt einen größeren Kundenstamm. Nicht zu verachten sind die damit folgenden internationalen Versandkosten und die unter Umständen größere Konkurrenz.
Zusammenfassung

In diesem Duell standen unbekannter Underdog gegen bekannter Underdog. In vielen Punkten sind die Kontrahenten gleich auf und es entscheidet sich eher nach Vorlieben der Kunden wo gekauft wird. Google Shopping sticht besonders bei den Analysen und der Eigenständigkeit der Verkäufer hervor. eBay hingegen ist bekannt für seine Produktvielfalt und die hohe Nutzerzufriedenheit. Leider stehen beide Plattformen noch stark im Schatten von Amazon und haben es schwer dort herauszukommen.

Google Shopping vs. Amazon
  • Reichweite: Aktuell stellt Amazon seine Dienste in 19 Ländern zur Verfügung, Google Shopping ist da schon deutlich weiter mit 27 Ländern; 51 weitere Länder befinden sich bereits in der Betaphase.
  • System: Wer als Unternehmer nicht plant, eine eigene E-Commerce-Website zu entwickeln der findet auf Amazon sein Glück. Die Kosten für Webdesign und Wartung eines eigenen Online-Shops können langfristig höher sein als die Kosten für den Verkauf über Amazon.
  • Gebühren: Der wohl größte Vorteil bei Google Shopping sind die (nicht vorhandenen) Gebühren. Es wird keine Verkaufsgebühr erhoben, lediglich der Klick auf die Shopping-Anzeige muss bezahlt werden. Bei den meisten Artikeln auf Amazon werden 15% Verkaufsprovision verlangt.
  • Versand: Amazon ist dann für Händler interessant, wenn diese den Versand ihrer Produkte nicht selbst abwickeln wollen oder aufgrund der Vielzahl ihrer Artikel dies nicht mehr leisten können. Im Gegensatz zu Google Shopping bietet Amazon die Möglichkeit den kompletten Versand sowie auch Rücksendungen zu verwalten.
  • Wiedererkennung: Wenn die Wiedererkennung der eigenen Marke eine übergeordnete Rolle spielt dann empfiehlt sich Google Shopping. Der Käufer landet mit einem Klick auf der Website des Verkäufers und lernt somit nicht nur die Mark näher kennen, sondern stößt vielleicht auch auf andere Produkte der Firma. Auf Amazon ist die Kaufabwicklung deutlich anonymer, da meist der Versand durch Amazon selbst abgewickelt wird.
  • Neu/Alt: 55 Prozent der Käufer beginnen ihre Produktsuche auf Amazon und bleiben dieser auch treu. Es ist also schwer für das „neue“ Google Shopping dagegen anzukommen.
  • Optimierungsmöglichkeiten: Die Optimierungsoptionen in der Google Ads Oberfläche sind wesentlich besser weiterentwickelt als die von Amazon. Bisher war es beispielsweise nicht möglich, einen Werbezeitplaner bei Amazon zu verwenden, um festzustellen, ob Produkte zu einer bestimmten Tageszeit gar nicht gekauft werden und Anzeigen dann nur unnötige Kosten verursachen.
Zusammenfassung

Im Allgemeinen sprechen einige Punkte für Amazon, während andere mehr für Google Shopping sprechen. Der Vergleich ist jedoch sehr ausgeglichen. Wer nicht bei Amazon verkauft, läuft jedoch die Gefahr, dass potenzielle Kunden ein Konkurrenzprodukt kaufen, da sie gar nicht erst woanders suchen. Gleichzeitig geht man auf Amazon einen hohen Kontrollverlust ein, indem man die Herrschaft über Produktversand abgibt und gleichzeitig auch gemäß den Spielregeln von Amazon spielen muss. Amazon verspricht einen schnellen Verkaufserfolg, nur um den eigenen Umsatz in der zukünftigen Zusammenarbeit zu maximieren. Google Shopping wird versuchen, immer näher an Amazon heranzukommen, das Duell ist somit noch nicht bis zum Ende ausgetragen und könnte auf langfristige Sicht noch sehr interessant werden.

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Wer steht nun wo auf dem Treppchen?

Vorneweg muss man sagen, dass hier der Kampf der Giganten stattfand. Denn es zeigt sich anhand verschiedener Statistiken, dass Amazon, eBay und Google Shopping, teilweise mit deutlichem Abstand, die erfolgreichsten Onlineshopping Anbieter sind. Weiterhin ist festzuhalten, dass der größte Unterschied darin besteht, dass Google Shopping keine Produkte selbst verkauft. Der Marktplatz ist somit eigentlich nicht mit den anderen beiden Anbietern zu vergleichen. Tut man dies trotzdem, so stellt man fest, dass Google Shopping in Deutschland noch einiges aufzuholen hat. Ebay hingegen wird meist als Second-Hand-Marktplatz betrachtet und von vielen Nutzern übergangen. Amazon überragt die beiden in einigen Argumenten, zeigt aber selbst einige Kritikpunkte, beispielsweise die hohen Gebühren. Letztendlich ist es jedem Händler zu empfehlen sich breit aufzustellen und bei mehreren Anbietern vertreten zu sein.