Voice Search

War es in älteren Science-Fiction-Filmen noch wahnsinnig faszinierend, dass mit den Computern gesprochen wurde, wird diese Vorgehensweise heutzutage immer mehr zur Normalität.

„Hey Siri, wie wird das Wetter morgen?“, „Alexa, was ist der beste Laptop auf dem Markt?“…

Uns allen kommen solche Sätze bekannt vor und die meisten haben bereits einmal mit einem digitalen Sprachassistenten kommuniziert. Voice Search bezeichnet die sprachbasierte Eingabe von Suchbegriffen in eine Suchmaschine. Hierbei erhält der Nutzer mit minimalem Aufwand relativ genaue Antworten, welche sogar von dem verwendeten Gerät vorgelesen werden können. Die Funktion der „Voice Search“ lässt sich auf Computern, Smartphones und speziellen Smart Devices finden und wird immer beliebter.

Infografik: Siri und Co. – Stets zu Diensten | Statista

Google veröffentlichte zu diesem Thema im Herbst 2014 die Studie „OMG! Mobile voice survey reveals teens love to talk“. Die Stichprobe umfasste über 1400 US-Amerikaner aller Altersgruppen. Es konnte gezeigt werden, dass über die Hälfte der 13 bis 18-jährigen Teenager Voice Search bereits mehrmals täglich nutzen. Auch der Erwachsenenanteil belief sich auf immerhin 41 Prozent

Während wir uns angewöhnt haben, einzelne Keywords in Suchmaschinen einzutippen, steht bei der Interaktion mit einem Sprachassistenten wieder die natürliche Sprache im Fokus. Wir stellen ausformulierte Fragen und die Software muss also sowohl den Sinn derer verstehen, als auch Beziehungen und Zusammenhänge erkennen können. Eine komplexe Herausforderung, denn Voice Search ist auf dem Vormarsch. Dementsprechend befindet sich auch die Optimierung von Websites im Wandel. Headlines und Keyphrases müssen nun darauf ausgerichtet werden, die Fragen der User aufzugreifen.

Wir haben die drei beliebtesten smarten Helfer auf dem Markt für Sie aufgelistet:

Siri

Apple brachte 2011 mit Siri den ersten Sprachassistenten überhaupt auf den Markt. Siri sorgte mit ihrem Erscheinen für großes Erstaunen, aber auch für manche lustigen Momente, wenn sie ihren Anwender mal wieder nicht auf Anhieb verstanden hat. Selbstredend ist die Software heute deutlich ausgereifter und anfängliche Schwierigkeiten sind fast gänzlich aus der Welt geschafft. Siri ist auf nahezu allen Apple Geräten zu finden und nicht einzig und allein auf Funktionalität ausgerichtet. Auch die Interaktion mit dem Nutzer findet Raum, es werden sogar Witze gerissen. Siri ist sehr überzeugt von sich und kann sogar Kommentare über Konkurrenzanbieter machen:

Der Google Assistant

Der Google Assistant ist nicht im Besitz eines tollen Namens, erfreut sich jedoch trotzdem großer Beliebtheit. Verfügbar ist er auf den neuesten Android-Smartphones. In Verbindung mit Google Home, einem intelligenten Lautsprecher, lässt sich damit ein Heimautomationssystem außerdem problemlos steuern.

Alexa

Alexa ist ein Produkt aus dem Hause Amazon. Auch wenn das Unternehmen keine eigenen Smartphones entwickelt, bewährte sich der Voice Assistent schnell. Das erste Alexa-Gerät war der Lautsprecher Echo, welcher in den in den ersten neun Monaten des Jahres 2016 mehr als 2 Millionen Mal verkauft wurde. Aufgrund der großen Beliebtheit konnte sich Amazon 2017 mehr als die Hälfte des Marktanteils an intelligenten Lautsprechern sichern.

Auch wenn sie die Tastatur vorerst nicht gänzlich ersetzen wird, stellt Voice Search unsere Suchgewohnheiten vor eine dauerhafte Veränderung. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig. Als Hauptargumente für die Nutzung der Sprachsteuerung gaben Nutzer in einem MindMeld-Forschungsbericht von 2016 folgendes an:

  • 62 % empfinden die Sprachsteuerung als sehr nützlich 
  • 30 % schätzen die schnellen Ergebnisse
  • 24 % haben Schwierigkeiten beim Tippen von Anfragen auf bestimmten Geräten
  • 22 % finden es lustig bzw. cool
  • 12 % wollen verwirrende Menüs umgehen
  • 1 % haben sonstige Gründe für die Nutzung der Spracheingabe angegeben

Neben der Einfachheit und Bequemlichkeit, wird deutlich, dass auch das Thema Barrierefreiheit von großer Bedeutung ist. Für Personen, denen die Tastatur zum Eintippen einer korrekten Eingabe von Suchbegriffen z.B. zu klein ist oder für Menschen mit körperlicher Behinderung stellt die „Voice Search“ eine geeignete Lösung dar. Auch Personen mit Rechtschreibschwäche, Analphabetismus oder ältere Menschen, die mit der Technik nicht so vertraut sind, können Voice Search ohne weiteres nutzen. Die lokalen Suchergebnisse durch Standorterkennung existieren schon eine Zeit lang, wodurch dem Nutzer entsprechend seiner Position regionale Ergebnisse bevorzugt angezeigt werden. Doch ein Sprachassistent ist auch dazu in der Lage, eine Stimmanalyse durchzuführen. Bei der Suche nach dem Wort „Pullover“ wird zunächst erkannt, ob es sich um eine weibliche oder männliche Stimme handelt. Google wandelt dann daraus einen „Damenpullover“ oder „Herrenpullover“ ab. Die semantische Suche greift ein, um das tatsächliche Ziel des Nutzers hinter seiner Voice Search zu erkennen.

Virtuelle Assistenten werden immer besser darin, Absichten und Suchintentionen mit größerer Genauigkeit zu verstehen. So können die Suchergebnisse optimiert werden. Doch auch für SEO bedeutet das eine Veränderung. Denn auch hier muss eine Optimierung stattfinden, und zwar mit ganzen Sätzen oder Longtail-Suchanfragen.

Außerdem ist zu bemerken, dass bei der Voice Search das Ergebnis vom Sprachassistenten vorgelesen wird. Demnach scrollt der Nutzer im Normalfall nicht durch eine Ergebnisliste, um den für ihn passendsten Beitrag zu finden. Für Content-Produzenten bedeutet das Wettbewerbsdruck. Denn damit das eigene Ergebnis vorgelesen wird, muss einer der Top-Positionen in den Suchergebnissen erreicht werden.

Wir haben einige Tipps zu Content-Optimierung zwecks Voice Search für Sie zusammengestellt:
1. Klare und präzise Antworten

Lag der Fokus in der Vergangenheit auf entsprechenden Keywords, müssen die Website Texte nun Antworten auf die Fragen der Suchmaschinennutzer liefern. Diese sollten klar und präzise formuliert sein, damit Google den Text als geeignete Antwort identifiziert.

2. Fragestellungen bereits in Überschrift, Meta-Daten und URL berücksichtigen

Es ist sinnvoll, mögliche Fragestellungen bereits in der Überschrift aufzugreifen, da diese für das Ranking von großer Bedeutung ist. Selbiges gilt für die Meta-Daten, besonders für den Titel und die Beschreibung. Hilfreich sind außerdem eine klare URL-Struktur sowie sinnvoll benannte Seiten. Selbstverständlich sollte die dort genannte Frage auch im Text beantwortet werden. So ist es zum Beispiel hilfreich, bereits in der H1 auf eine mögliche Fragestellung aufzuspringen. In etwa: Wo finde ich den besten Arzt? Eine Übersicht für Koblenz und Umgebung

3. Befragung der Zielgruppe für den Inhalt

Um relevante Thematiken der gewünschten Zielgruppe herauszufinden, sollten diese am besten direkt miteinbezogen werden. Hier können beispielsweise Support-Tools genutzt werden, über die Besucher Fragen zum Thema des Internetangebots stellen können. Auch kann ein Aufruf an die Nutzer, Fragen per Mail oder Social Media zu stellen, hilfreich sein. So kann man sichergehen, dass man die richtigen Inhalte wählt.

4. FAQ-Seite erstellen

Eine FAQ-Seite (Frequently Aked Questions) dient dazu, grundlegende oder wiederholt auftauchende Fragen übersichtlich aufgelistet zu beantworten. Das bedeutet zum einen Zeitersparnis, da wiederkehrende Fragen nicht ständig neu beantwortet werden müssen, aber bietet auch eine prima Vorlage für Google.

5. Long-Tail- Keywords

Da die Kommunikation mit Sprachassistenten zumeist mit ganzen Sätzen oder zumindest Phrasen stattfindet, wird auch der Long-Tail immer wichtiger. Long-Tail-Keywords sind Wortkombinationen oder kurze Sätze, die in der Regel aus zwei bis fünf Begriffen bestehen. Außerdem bieten Long-Tail-Keywords einen weiteren großen Vorteil: Die Zahl der Keyword-Kombinationen ist hoch und dadurch sind diese weniger umkämpft als einzelne Schlüsselwörter.

6. Sich als Experte etablieren und qualitativ hochwertige Inhalte bieten

Um eine möglichst genaue Beantwortung der Fragen zu gewährleisten, müssen qualitativ hochwertige Inhalte existieren. Das bedeutet auch, die Chance sich als Experte zu etablieren und sich gegebenenfalls sogar eine immer wiederkehrende Stammkundschaft aufzubauen. Das hat zudem positive Effekte auf Nutzersignale wie die Klickrate (CTR), Verweildauer und Absprungrate, welche für das Ranking bei Google ebenfalls eine bedeutende Rolle spielen.

Die Entwicklung von Sprachassistenten deutet daraufhin, dass Voice Search in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Um auf einem Markt mit großer Konkurrenz mithalten zu können, ist es wichtig, seinen Content regelmäßig zu optimieren. Denn mit zunehmender Nutzung von Voice Search verändert sich auch die Suchmaschinenoptimierung. Die Fragen der eigenen Zielgruppe zu kennen und darauf passende Antworten und Lösungen anzubieten, bedeutet mit der Zeit zu gehen. Denn nur wer auf dem neusten Stand bleibt, kann mithalten.

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